Chronik

Die nach der preußischen Königin Augusta benannte Augusta-Kranken-Anstalt verdankt ihre Gründung der Initiative evangelischer Bürger im Jahre 1864.

Der damalige Standort befand sich noch an der Brückstraße. Die Kapazität des Krankenhauses war jedoch nach kurzer Zeit schon so ausgelastet, dass um 1867 mit dem Bau neuer Gebäude begonnen wurde.

Versorgt wurden zu dieser Zeit insbesondere auch die Kriegsverletzten aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 und die vielen Kranken der Pockenepedemie.

Die Entwicklung der Augusta-Kranken-Anstalt war immer wieder ein Wettlauf mit der Entwicklung der Stadt. So betrug die Einwohnerzahl der Stadt Bochum 1870 noch 17.585 Einwohner und im Jahre 1905 – nach Eingemeindung von Grumme, Hamme, Wiemelhausen und Hofstede – schon 116.596. Naturgemäß stieg die Beanspruchung mit der Bevölkerungszahl.

Neben der baulichen Entwicklung wurden auch neue Abteilungen gegründet. So kam es 1886 zur Trennung zwischen der Inneren und Chirurgischen Abteilung und 1877 zur Einrichtung einer Gynäkologischen Abteilung. 1850 betrug der Verpflegungssatz für Kassenmitglieder noch 1,50 DM.

Im Jahre 1892 wurde ein weiteres Krankengebäude, das jetzige Haus 3, mit 200 Betten neu errichtet. Schon 1899 musste wieder erweitert werden. Die Zahl der Betten erhöhte sich von 200 auf 350. Dieser Komplex entspricht dem heutigen Haus 3. Die Beanspruchung des Krankenhauses stieg ständig in einer für alle besorgniserregenden Weise.

Die Zahl der Patienten stieg von 3.000 im Jahre 1910 auf 5.040 im Jahre 1914. Es kam zur Planung und Realisierung weiterer Bauten, die in dieser Zeit entstanden sind: die jetzigen Häuser 1,2 und 4. Daneben wurden Schwesternhäuser, Betriebsbauten und Schulen neu errichtet. Zu diesem Zeitpunkt entstand auch das unterirdische Versorgungssystem zwischen den einzelnen Krankengebäuden. Im Jahre 1928 hatte das Krankenhaus ausreichende Räumlichkeiten für 620 Patienten und 170 Mitarbeiter.

Die Zeit bis zum 2. Weltkrieg war gezeichnet von ständigen Erweiterungen und Neubauten und der Aufgliederung des Krankenhauses in unterschiedliche Abteilungen. Der Krieg erstickte jedoch erst einmal jede weitere Entwicklung. Er brachte ständig steigende Anforderungen, dazu kam die Belastung durch den Luftkrieg, vor allem im Mai 1943 und 1944, der den größten Teil der Bochumer Innenstadt in Trümmern legte. Es traf auch die Augusta-Kranken-Anstalt sehr schwer – aber glücklicherweise ohne Verlust von Menschenleben bei Patienten und Mitarbeitern.

Schon während der letzten Kriegstage wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Im April 1945 wurde das Haus 4 instand gesetzt und am 07.11.1945 schon die ersten fünf Patienten aufgenommen. Bis Ende 1945 waren in einem Teil des Hauses 3 die Bombenschäden beseitigt. 150 Patienten fanden Pflege und Betreuung. Schwesternhaus und Kapelle konnten benutzt werden. Die Kapelle war die einzige Gottesdienststelle in der zerstörten Altstadt. 1946 wurde das Haus 2 instand gesetzt. Ende des Jahres standen 280 Betten zur Verfügung. 1947/48 wurde das Verwaltungsgebäude wieder hergerichtet und das Pförtnerhaus neu gebaut und 1948/49 das Haus 3 weiter aufgebaut, Haus 1 repariert und die Bettenzahl erhöhte sich am 31.12.1949 auf 451.

In den Folgejahren wurde das gesamte Haus wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht und ständig verbessert und erweitert. Zugleich wurden die technischen und medizinischen Anlagen und Einrichtungen erneuert und auf einen den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechenden Stand gebracht.

Seit dem 01.01.1990 ist die Augusta-Kranken-Anstalt eine gGmbH in Trägerschaft der evangelischen Kirche.

Ein Jahr später konnten wir das ehemalige Evangelische Krankenhaus Bochum-Linden übernehmen und mit Hilfe der Mitarbeiter dort eine auf geriatrische Medizin spezialisierte Abteilung eröffnen.

Auch die nächsten Jahre werden von Bauarbeiten gekennzeichnet sein, um unseren Patienten einen zeitgemäßen Standard zu bieten. Dies wird zeitweise zu Unruhen führen, wofür wir um Verständnis bitten. Ein großer Teil der Stationen befindet sich bereits in neu errichteten oder sanierten Bettenhäusern. Weitere Stationen sollen diesen modernen Standards angepasst werden.

Heute hat die Augusta-Kranken-Anstalt über 1.000 Mitarbeiter, 614 Betten und versorgt jährlich 16.000 stationäre sowie 20.000 ambulante Patienten in folgenden Abteilungen:

Chirurgische und Gefäßchirurgische Abteilung, Operative Intensivmedizin und Anästhesie, Medizinische Klinik mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Kardiologie, Nephrologie und Dialyse sowie Onkologie und Hämatologie, Pneumologische Abteilung, Geburtshilfe / Gynäkologische Abteilung, Urologische Abteilung, Radiologische Abteilung, Medizinische Geriatrie sowie Gerontopsychiatrie.

Um über den Krankenhausaufenthalt hinaus unseren Patienten zukunftsorientierte Versorgungs- und Betreuungskonzepte anbieten zu können, wurde das Augusta-Verbundsystem entwickelt.

Über 130 Jahre Geschichte der Augusta-Kranken-Anstalt wären unvollständig berichtet, ohne die vielen Mitarbeiter zu erwähnen. Ein großes Krankenhaus kann seine vielseitigen Aufgaben nicht erfüllen, wenn nicht die Mitarbeiter – mit den unterschiedlichsten Arbeits- und Verantwortungsbereichen – ihren Platz voll ausfüllen. Ein jeder ist unentbehrlich und am reibungslosen Ablauf des Dienstes am Kranken mittelbar oder unmittelbar beteiligt. Neben dem ärztlichen und pflegerischen Dienst gehören hierzu der medizinisch/technische Dienst, der Funktionsdienst, die Mitarbeiter im Wirtschaftsdienst, der Technische Dienst und nicht zuletzt der Verwaltungsdienst.

Die Geschichte unseres Hauses ist zugleich ein Teil der Geschichte unserer Stadt. Zu würdigen ist das Wirken der vielen, die in den zurückliegenden 130 Jahren in der Augusta-Kranken-Anstalt im stillen, selbstlosen Einsatz den Dienst an den Kranken geleistet haben. Der Landesregierung möchten wir danken für die finanzielle Hilfe bei der zur Zeit laufenden Neuerrichtung der Augusta-Kranken-Anstalt. Rat und Verwaltung der Stadt Bochum gilt unser Dank für die Unterstützung unserer Arbeit. Es soll schließlich all denen gedankt werden, die unser Werk in den vergangenen 130 Jahren durch Spenden und durch Uneigennützigkeit gefördert haben. Sie mögen uns auch in Zukuntt unsere Freundschaft bewahren. Presbyterium, Aufsichtsrat und Verwaltung werden mit all ihren Mitarbeitern auch weiterhin ihre Kraft einsetzen, die Augusta-Kranken-Anstalt in medizinischer, technischer und humanitärer Sicht den neuzeitlichen Erkenntnissen anzupassen, um ein leistungsfähiges Krankenhaus zu erhalten.

Wir wünschen uns, dass dieses Haus auch in Zukunft immer eine Stätte der Hilfe und Hoffnung für die Bevölkerung der Stadt Bochum bleiben möge.

Unser Leitwort bleibt – wie in der Vergangenheit – so auch in der Zukunft:

Wir dienen den Kranken.

Geschäftsführer
Dipl.-Kfm. Froese

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